Deutsche Meisterschaft in Köln

 

 

Es war an einem Mittwoch. Wir mussten nicht in die Schule. Stattdessen trafen wir uns in der Frühe vor dem Verein, um in kleiner Runde ein, für uns, aufregendes Wochenende zu starten.

 Am 20.06. fuhren Andreas, Fabian und ich mit Sophie zu den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften, die dieses Jahr in Köln stattfanden. Auch Antonia war dabei, doch die war das Wochenende über bei ihrer Zweierpartnerin Mia vom FRV  untergebracht. Als wir nach 6h endlich an der Regattastrecke ankamen, spürten wir schon diese ganz andere Atmosphäre, obwohl wir erst auf dem Parkplatz standen.

Nachdem wir unseren Pavillon aufgebaut, uns mit unseren Mannschaften zusammengefunden und die Boote angeschlagen hatten, durften wir auch schon bei schönstem Wetter die Strecke kennenlernen. Die Aufregung stieg und auch beim Abendessen gab es kein anderes Gesprächsthema. Da wir an der Strecke aßen, hatten wir unsere Unterkunft noch nicht einmal besichtigt. Doch zu dieser fuhren wir nun, um zu duschen und uns schlafen zu legen. 

Und nun war der erste große Tag. Nach einem kleinen Frühstück ging es nochmal kurz aufs Wasser und wir stellten fest, dass sich das gestrige Sommerwetter in Kälte und Wind umschlug. Anschließend dauerte es für Antonia und Mia, somit auch für meine Zweierpartnerin Olivia und mich, gar nicht mehr lange, bis unser Vorlauf startete, welcher zugleich das erste Rennen des Tages war. Trotz unterschiedlicher Läufe, hatten beide Doppelzweier fast identische Zeiten. Nun gab es eine große Pause. Und Mittag. Und dann warteten wir weiter darauf, dass es früher Abend wird, an dem Andreas in Rudergemeinschaft mit dem SRCF und Arkona gegen Fabian mit der TRG und FRV starten würde. Der Wind hat über den Tag sehr stark zugenommen und beide Doppelvierer hatten arg mit dem welligen Wasser zu kämpfen. Doch als die Positionen klar waren gab keiner mehr 100%, da sowieso, bis auf den Sieger des Vorlaufes, alle Boote in den selben Hoffnungslauf kamen. Somit haben sie sich ihre Kräfte für den wichtigen morgigen Tag gespart. 

Die Jungs ruderten sich aus, und da sie das letzte Rennen des Tages waren, konnten auch wir Mädels noch einmal aufs Wasser, um uns schon mal auf die schlechten Wetterverhältnisse einzustellen.

Es war nun Freitag - der Tag der Hoffnungsläufe. Nun hieß es alles oder nichts. Der Morgen verlief wie am Vortag, bis wir zum Start fuhren. Der Wind jagte uns die Bugnummer vom Boot und nach Komplikationen mit der Startbrücke und gut zwanzig Minuten Startverzögerung war uns, trotz rudern, ziemlich kalt. Zu alldem kommt ein Fehlstart in Antonias Rennen hinzu, welcher die Situation nicht gerade besserte. Das Wasser machte beiden Booten mehr zu schaffen als erwartet und dementsprechend traurig waren über unsere jeweiligen Ergebnisse die leider nicht für das Halbfinale reichten. Doch wir hatten ja noch unsere Jungs im Rennen, die wieder spät an der Reihe waren, sodass wir uns zwischendurch in der Unterkunft ausruhen durften. Hier galt es unter die ersten vier zu kommen, doch der Zieleinlauf besagte, dass nur einer unserer Vierer im Finale antritt. Und das war Fabians. Andreas und seine Mannschaft haben es leider nicht geschafft, doch sie ließen die Köpfe nicht lang hängen, sondern wollen gemeinsam stärker in die Herbstsaison starten. 

Da wir nun alle den Samstag frei hatten, und uns Unterstützung aus Berlin besucht hat, machten wir uns einen schönen Tag in der Stadt, nachdem wir Christins erfolgreiche Rennen anzusehen nicht auslassen konnten. Dieser Sieg ging als erster der neuen Bootsklasse des Riemenvierer mit Steuermann in die Rudergeschichte ein. Bei gemütlichem Fußball gucken ging unser Tag zu Ende. 

Der Sonntag verlief entspannt, bis Fabian, zum Glück ohne Muskelkater vom Treppensteigen der Dombesichtigung, mit seiner Mannschaft ins Boot stieg. Sie fuhren einen sehr soliden fünften Platz ein, hinter Vierern des Deutschen Ruderverbandes gegen die sie nichts hätten ausrichten können. 

Währenddessen machte man sich schon am Hänger zu schaffen und bald konnte auch die Heimreise angetreten werden. 

Auch wenn wir keine Medaille mit nach Hause gebracht haben, war diese Meisterschaft eine unglaubliche Erfahrung für uns alle. Danke

 

Lisa-Marie Proft